Ich werde in letzter Zeit oft gefragt, welchen Sound ich denn so spiele.

Auf jeden wirkt die Musik anders. Musik ist mein Leben. Ich denke dabei nicht an die Wirkung meiner Musik. Da ich nicht anders kann, heile ich wohl letztendlich hauptsächlich mich selbst. Die Geräusche sind nun mal da und ich finde sie klasse. Sie sind nur musikalische Elemente, sonst nichts. Diese Musik hat auch keinen besonderen Namen, einfach Musik, die mir gefällt. 504 Ich hab schon immer früh mit vielen Musikrichtungen zu tun gehabt. Das ist ein guter Background aus ich Stücke beurteilen kann. Eine andere Sache ist, das man die Tracks die man spielt und mixt in einer Art und Weise zusammenbringt, da daraus, etwas neues und erfrischendes entsteht. Das ganze sollte sich dann möglichst auch noch vom kommerziellen Massengeschmack unterscheiden. Ein Neigung zum Unpopulären unterstützt eine günstige Einstellung zu guter Musik. Es gibt da etwas, was auf einer grösseren Erfahrung mit Musik beruht, die bei Leuten, die den selben Background haben, deckungsgleich ist. Das ist dann auch schon das, was man in Anführungszeichen - als Absolut setzen kann. Sicher ist alles subjektiv. 509 Denn auch diese Leute haben die unterschiedlichsten Vorlieben. Aber man kann zu Beispiel erkennen, welche Sounds neu sind, und welche Kopien, oder was die Kopien von Kopien sind, was dann ja auch nicht mehr so lustig ist. So kann ich mich aber auf das Wesentliche konzentrieren und mein Set relativ leicht zusammen stellen. Es ist auch nicht notwendig, für ein Set immer das 538 Allerneuste zu spielen. Klar ist es schön, eine Platte, die einem gefällt sofort zu haben wenn sie rauskommt. Die spielt man dann ein bis zwei mal am Abend aber wichtiger als ein einzelner Titel ist die Zusammenstellung vieler guter Platten. Wenn nur sehr wenige Platten von einer sehr gefragten Nummer im Laden stehen und auch sehr viele DJs da sind, wird immer viel diskutiert und im Zweifelsfall auch schon mal Lose gezogen. Ich glaube, es gehört auch schon ein wenig dazu, dass man richtig scharf auf die Platten ist. Deswegen ist man ja DJ, weil man die Musik wirklich liebt und dann auch spielen will... Allerdings habe ich zur Zeit nicht den Eindruck, dass es irgend etwas bahnbrechend neues gibt. Das liegt wohl daran, dass fast alle Tracks auf die selbe Art und Weise produziert werden. Fast alle Künstler haben die gleichen Equipments und darunter viele, deren Sounds genauso ausgeschöpft sind wie zB. die der E-Gitarre oder dem Klavier. 7908 Dabei haben wir doch durch die Entwicklung im Computer, Synthesizer- und Samplerbereich eine Möglichkeit bekommen, bis jetzt Ungehörtes zu realisieren. Sieht man die verschiedenen Arten im Bereich der Rockmusik, so wird mir jedenfalls klar, zu welchen Höhenflügen uns die Technik von heute verhelfen könnte. Beim Techno gibt es keine verbindliche Formel die einen Track gut oder schlecht machen, entweder man findet die Mukke geil oder eben nicht. Und mit dem Minimaltrend hinken wir Deutschen, die wir mal so stolz auf unser Eigengebräu Namens Techno waren, der Zeit wiedermal hinterher. Aber eigentlich ist das ja auch egal, solange die Party abgeht. Denn um Party geht’s doch, oder...webfertig Eine gewisse formale Strenge bestimmt die Stücke/Sets und sind fester Bestandteil des Sounds, der trotz Minimalismus und Funky - Grooves mit enormer Schwere aufgeladen ist. Gleichzeitig bleibt die Musik spannungsgeladen, erschöpft sich nicht in Dark - Ambient - Sounds, sondern ist über weite Strecken sehr gut tanzbar. Musik hat allein durch ihren Sound eine immense Aussagekraft. Durchaus kein Klartext, aber grundsätzliche Stimmungen und philosophisch / ästhetische Gedankenanstösse wie etwa das Verhalten gegenüber Konsum, Mode und Gesellschaft werden meiner Überzeugung nach übermittelt. Wenn man sich traut, den Minimalsound in seiner gegenwärtigen Verfassung zu erweitern (ich denke immer: "musikalisch könnte es noch ne´Spur mehr sein"), muss es ja nicht gleich ein ordentlich Krawall 2480 machender Electrosound sein. Ich mag diesen verspielten Wechsel zwischen Glocken- und Flächensounds und den treibenden, aber immer noch lieblichen Momenten, wenn der Bass hochgeht, sich eine Melodie entwickelt und meiner Sympathie für Delays. Sehr warm. Sehr einladend. 2457 Natürlich fliessen auch lustige Sounds und gelebte Erfahrungen genauso mit rein wie ein gutes Stück Lebensfreude. Musikstile sind dazu da, um sie aufzulösen. Schubladen gehören der Vergangenheit an. House ist mittlerweile gerade in seiner Stilvielfalt kaum noch zu kategorisieren. Sind zB. Produktionen aus Detroit nun Techno oder House? Egal, den was zählt, ist Qualität. Die Vielfalt der Klänge und Sounds sind schwer in Worte zufassen. Meine Vorstellung von guter Musik reicht von sphärischen Klängen bis hin zu spröden, harten minimalistischen Tracks. 2467 Ich wäre unglücklich, dürfte ich nur einen Stil spielen. Mich auf einen Stil festzulegen, fällt mir schwer und ist auch gar nicht nötig. Je nach Lust und Laune entsteht Musik, man sollte sich da ein wenig vom Schubladendenken entfernen. Stilmäßig reicht das Spektrum vom Ambient, House bis zu feinstem Acid. Die Clublandschaft bewegt sich schon seit langem in Richtung “Resident DJ”. 2458 Die Leute gehen mehr wegen einer guten Party in bestimmte Clubs und zunehmend weniger weniger der Musik. Das “Stammpublikum” haben aber meist NUR die Residents richtig im Griff. Deshalb kacken immer mehr Gast DJs ab.